Liebe Leserinnen, liebe Leser!

In den charismatischen evangelischen Kirchen Afrikas ist göttliche Heilung eine Selbstverständlichkeit im Glaubensleben. Zu den Gottesdiens-ten gehören Gebete, Austreibung von bösen Geistern, Bekenntnis von Sünden und Versöh-nung als Dienst der Heilung. Durch die Betonung von Heilen und Versöhnung im Heiligen Geist gibt es eine enge Beziehung zur traditionellen religiösen Kultur der afrikanischen Völker. In den afrikanischen traditionellen Religionen glaubt man, dass der traditionelle Medizinmann oder der Priester die Macht hat, um die Kranken zu heilen und Hexerei abzuwehren. Dieser kulturelle Hintergrund hilft den afrikanischen Christen, die biblische Heilung, wie es im Jakobusbrief steht, zu verstehen. In seinem Brief im 5. Kapitel schreibt Jakobus:

„Leidet jemand unter euch, der bete;…Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten  und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen   betet füreinander, dass ihr gesund werdet“ (Jakobus 5:13-16)

Ich weiß, dass für viele in der sognannten mo-dernen Welt die Heilung durch Gebet und der Glaube wenig Bedeutung haben. Mir ist auch bewusst, dass der Jakobusbrief kein Rezeptbuch ist, um alle Krankheiten wie COVID 19 zu heilen. Aber Jakobus möchte mit seinem Brief sagen, dass der Glaube dienstbar sein wird. Heutzutage können Medikamente vielen Kranken helfen, aber die können nicht ganzheitliche Heilung bringen. Die Heilung kann vollständig sein, wenn physische, psychische und soziale Heilung da ist. Egoismus, Individualismus und Einsamkeit sind soziale Krankheiten, die geistliche Behandlung brauchen. Hier können Glaube, Gottesdienstbesuche und Gebete helfen.

Jakobus vertraut auf die Kraft des Gebets und sagt im 16. Vers:
Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.

Die Frage an uns alle ist: Glauben wir heute, dass Gottesdienstbesuche, Bibellektüre und Gebet auf die Gesundheit der Menschen eine positive Auswirkung haben? Ich glaube schon!
Wer glaubt, hat die Hoffnung und wer die Hoffnung hat, wird eher geheilt. Der Prophet Jeremias sagt:

Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen; denn du bist mein Ruhm. (Jer. 17, 14).

Das Gebet ist ein Brunnen der Kraft. Durch Gebet schaffe ich einen Raum der Stille, komme ich zu Gott, werde ich von Gott empfangen, höre ich die Stimme Gottes, lege ich meine Ängste und Sorgen ab. Im Gebet bekomme ich Kraft und Gelassenheit zu sagen: Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Im Gebet kann sich meine Sichtweise, meine Perspektive in Bezug auf meine Probleme verändern. Im Gebet und in der Fürbitte trete ich für andere Menschen ein.

Unsere Welt leidet nicht nur an der Corona Pandemie, sondern auch an geistlichen und sozialen Krankheiten. Wir können unseren christlichen Glauben dienstbar machen indem wir füreinander im Gottesdienst beten, eine gesunde Gemeinschaft bilden, Versöhnung schaffen und ganzheitliche Heilung bringen. Ich glaube, dass das Gebet eine geistige Kraft, eine Medizin für mich, für andere Menschen und für unsere Welt ist. Ich wünsche Ihnen allen ganzheitliche Heilung!

Ihr Pastor Benti