Jesus Christus spricht:

Wachet!

Markus 13, 37

Monatsspruch für März

Ein kurzer Monatsspruch: „Wachet!“ Was denken Sie, wenn Sie diese Aufforderung lesen und noch nicht in die Bibel geschaut haben?

Was sollen Sie tun? Wachen? Was bedeutet das? Sie kommen vielleicht bald darauf, dass es „wachsam sein“ bedeuten kann. Augen aufhalten, aufpassen, aufmerksam sein und bewusst handeln. Wo müssen Sie wach sein? Wo sind Sie es? Hoffentlich im Straßenverkehr. Bei der Arbeit. Beim Einkaufen. Verfolgen Sie aufmerksam die Ereignisse im Weltgeschehen? Es gibt vieles was geschieht und viele Informationen darüber, vieles ist schrecklich und bedrohlich. Nehmen Sie mit wachem Bewusstsein die Probleme unserer Zeit wahr?

Wenigstens die zehn wichtigsten Probleme?

Als da sind (die Reihenfolge ist veränderlich):

der Pflegenotstand, die Energieversorgung, der Klimawandel, die innere Sicherheit, die Gefährdung der Demokratie, die Digitalisierung und ihre Folgen, die wachsende Kluft zwischen Armen und Reichen, der Nahostkonflikt, die marode Infrastruktur, die Vermüllung der Meere … Dazu kommen noch die persönlichen Probleme. Überall heißt es: „wach sein!“ Wer kann da noch schlafen?

Nun kommt also auch noch Jesus und sagt Ihnen: „Wachet!“ Welche Probleme und Gefahren will er denn noch ansprechen? Jetzt müssen Sie doch die Bibel aus dem Schrank holen (eventuell abstauben) und das Markus -Evangelium aufschlagen. Sie finden es im Neuen Testament, im letzten Viertel der Bibel. Schlagen Sie bitte das Kapitel 13 auf und lesen Sie die Verse 33 – 37. Die Aufforderung „Wachet!“ kommt in diesem Abschnitt dreimal vor, in Vers 33, 35 und 37. Jesus spricht nichts von den Problemen an, die ich genannt habe und die uns alle mehr oder weniger (mit Recht) beschäftigen. Er spricht von einem Menschen, einem Hausherrn, der eine große Reise macht und zu Hause Bedienstete und einen Türhüter zurücklässt. Irgendwann, unvorhergesehen kommt der Mensch wieder und will seine Leute wachend vorfinden.

Was kann das bedeuten? Es ist nicht schwer zu erraten, dass Jesus sich selbst meint, wenn er von dem „Menschen“ spricht. Jesus ist der Hausherr in dieser Welt. Er geht in den Himmel (das kündigt er hier an) , er wird aber wiederkommen, an einem Tag, den wir nicht kennen, den noch nicht einmal Jesus selbst vorher weiß. Es ist das einzige, was Jesus nicht weiß (Markus 13, 32), nur Gott der Vater kennt den Tag. Es ist der Tag, an dem Gerechtigkeit, Friede und Freude allgegenwärtig werden für diejenigen, die darauf wachsam gewartet haben.

Und Sie sind diejenigen, die wachen sollen. Wachen bedeutet: an Gott und an Jesus glauben, mit Jesus rechnen, mit ihm und dem Vater durch Gebet im Kontakt sein, auf ihn warten, das ganze Leben auf dieser Erde hindurch bis zum letzten Augenblick. Schlafen bedeutet hier: Gott und Jesus vergessen (gerade in guten Zeiten) und den Gedanken an die Endlichkeit des Lebens auf dieser Erde verdrängen.

Wachen bedeutet: erwartungsvoll glauben und die Zuversicht auch angesichts vieler Probleme und Bedrohungen (s. bei Markus das ganze Kapitel 13) nicht verlieren. Ein solches Wachen hilft vielleicht sogar zum besseren Schlafen im wörtlichen Sinn, aber auch zum wachen christlichen Handeln in dieser belasteten Welt.

Ich wünsche allen eine gesegnete Zeit – durch die Passionszeit hindurch bis zu Ostern!

Pastor Otfried Krüger