Der Engel des HERRn rührte Elia an und sprach:
Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.
1. Könige 19, 7 Monatsspruch für Juli

Der Prophet Elia ist in die Wüste geflohen, verfolgt von seiner Feindin, der Königin Isebel. (Lies: 1. Könige 18 u. 19). Er ist körperlich und seelisch erschöpft.

Für Gottes Sache hat er sich bis zum Letzten eingesetzt. Nun fühlt er sich am Ende und kann nichts Positves in der Zukunft sehen. Ein letztes Mal betet er zu Gott: „Es ist genug, so nimm nun, HERR, meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter“ (1. Könige 19, 4).

Wir erfahren, wenn wir weiter lesen, was Gott tun kann. Erstens: Gott hört ein Gebet – das an ihn gerichtet ist! – genau. Zweitens: seine Antwort auf das Gebet ist aber nicht immer so, wie der Beter, die Beterin es sich gedacht hat. Elia will unter dem Ginsterstrauch einschlafen für immer, will seiner Lebenssituation für immer entkommen. Gott aber schickt einen Engel. Der Engel weckt Elia und sagt ihm: „Steh auf und iss!“ Melde dich wieder zurück ins Leben! Du hast noch viel vor (was du noch gar nicht weißt)! Der Engel hat Toastbrot und frisches Wasser mitgebracht. Elia nimmt es an – und schläft dann weiter. Er hat es nötig. Der Engel weckt ihn noch einmal: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ Mit recht einfachen Mitteln ist Elia nun gestärkt und fühlt sich wie neugeboren. Er geht neuen Aufgaben entgegen und lernt Gott kennen, wie kein anderer vor ihm Gott kennengelernt hat (1. Könige 19, 9 – 13).

Wir haben sicher auch manchmal unsere Wüstenzeit, vielleicht gerade jetzt. Wenn wir nicht mehr weiter wissen, lohnt immer ein Gebet. Wir beten zu Gott, dem Vater von Jesus Christus, der unsere Gebete unterstützt. Unsere Gebete werden gehört. Und wir werden staunen, wie sie erhört werden. In einer Sackgasse unseres Lebens weiß Gott den Ausweg. Und der Engel, der zu Elia kam, ist auch heute noch unterwegs…

Ich wünsche allen eine gesegnete und geschützte Zeit – den Sommer hindurch!

Pastor Otfried Krüger