Ev.-luth. Titusgemeinde Hannover-Vahrenheide

Eine evangelisch Kirche im Stadtteil Vahrenheide/Hannover.

Kategorie: ProBeruf

Gottesdienst am Diakoniesonntag

8. September 2019 um 10 Uhr

40 Jahre Pro Beruf – und die Anfänge bei Titus

Die „Woche der Diakonie“ gibt es in Niedersachsen inzwischen seit 2003. Der zweite Sonntag im September –in diesem Jahr der 08.09.2019- ist traditionell der Diakoniesonntag in Niedersachsen, an dem die Kirchengemeinden in Niedersachsen zum Abschluss der „Woche der Diakonie“ das soziale Engagement der evangelischen Kirche in den Mittelpunkt stellen.

In der Tituskirche wird am Diakoniesonntag das Jubiläum „40 Jahre Pro Beruf“, das im Mai 2019 gefeiert worden ist, noch einmal Thema sein.

Gerade dies ist ein gutes Beispiel, wie wichtig eine langjährige Begleitung und Unterstützung junger Menschen in Ausbildung und Beruf ist. Auch das ist ein wichtiger Aspekt der Diakoniearbeit. Der Grundstein von Pro Beruf wurde vor 40 Jahren in der Titusgemeinde gelegt.

40 Jahre Pro Beruf

40 Jahre Engagement der Titus-Kirchengemeinde

Am 10.05.2019 feiert die gemeinnützige Pro Beruf GmbH ihr 40-jähriges Jubiläum.

Was heute viele gar nicht mehr wissen: ohne die Titusgemeinde gäbe es Pro Beruf gar nicht. Die Wurzeln von Pro Beruf liegen in der Gemeinde. Wie fing alles an?

Bereits im Herbst 1977 haben MitarbeiterInnen der Titusgemeinde und GemeinwesenarbeiterInnen die Idee, ein Projekt mit Arbeitslosen im Stadtteil aufzubauen. Im März 1978 gründen sie den Verein „Soziale Gruppeninitiative“. Mit einer vorläufigen Konzeption gehen die Initiatoren in den nachfolgenden 12 Monaten auf Geldwerbetour und sprechen mit kirchlichen bzw. diakonischen und kommunalen Förderern, dem Arbeitsamt Hannover, das im September 1978 eine erste ABM-Stelle genehmigt, nämlich die der Projektlei- tung. Die Volkshochschule Hannover erklärt sich bereit einen Hauptschulabschluss durchzuführen, und im April 1979 ist die notwendige Teilnehmerzahl von 12 Jugendlichen im Alter von 15 bis 22 erreicht, davon 4 weiblich. Der Kurs startet in den Räumen der Titus-Kirchengemeinde. Der Umzug erfolgt im Juni in größere Räume am Kabelkamp mit Werkstätten. Im Herbst können eine Sozialpädagogin und ein Tischler auf ABM-Basis eingestellt werden. Schließlich legen im März 1980 die ersten 10 Jugendlichen erfolgreich ihre Hauptschulabschlussprüfung ab, zwei sind bereits vorher schon abgesprungen, im April startet dann eine neue Gruppe von 13 jungen Menschen.

Die Arbeit der Sozialen Gruppeninitiative ist auch immer Sache der Gemeinde, und wird besonders von dem Vorstand und den jeweiligen Pastoren getragen. Gemeinde und die Gemeindepastoren Eckard Bretzke, Bodo Kahle, ab 2004 Otfried Krüger, begleiten die Entwicklun

der Sozialen Gruppeninitiative vom Stadtteilprojekt zum stadtweiten Projekt und schließlich zum Regionsprojekt. Sie engagieren sich bei der Gründung der beiden Sozialen Betriebe Café Kochkunst und MEBA Metallbau in den 1990er Jahren. Sie stellen die Räumlichkeiten der Gemeinde zur Verfügung, als die Einrichtung in der Lilienthalstraße im Dezember 2001 abbrennt. Gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern bewältigen sie das Wachstum der Initiative und gründen die gemeinnützige Pro Beruf GmbH Mitte 2003, in die nun alle bisherigen Aktivitäten überführt werden. Das Engagement der Gemeinde ist wesentlicher Teil der „Erfolgsgeschichte“ (Bundespräsident Köhler, 2005) von Pro Beruf und mittlerweile in dieser Form und Dauer schon einmalig. Und für dieses 40 Jahre währende Engagement möchte ich mich bei allen ehemaligen und derzeitigen haupt- und ehrenamtlichen Titus-MitarbeiterInnen ganz herzlich bedanken. Mittlerweile ist die Gründergeneration aus der Kirchengemeinde im Ruhestand. Wie stehen die heutigen Akteure in Titus zu ProBeruf?

Grundsätzlich: Der Stadtteil Vahrenheide ist, wie in den 1970er Jahren, ein sogenannter sozialer Brennpunkt geblieben. Hier leben überdurchschnittlich viele Arbeitslose und Menschen in oder am Rande der Armut, die aus Sicht der Gemeinde Hilfe brauchen. Die MitarbeiterInnen der Tituskirche glauben, dass das sozial-diakonische Engagement für Gerechtigkeit wesentlicher Teil der Verkündigung des Evangeliums ist.

„Mit dieser Überzeugung hat die Titus-Kirche die Arbeit von Pro Beruf in den vergangenen vier Jahrzenten unterstützt. Trotz vieler Hilfen haben wir die Armut in unserem Stadtteil noch nicht besiegt. Deshalb möchten wir, zusammen mit Pro Beruf, uns für soziale Gerechtigkeit weiter engagieren“, so der heutige Gemeindepastor Dr. Ujulu Tesso Benti.

Rudolf Schulz, Geschäftsführer der Pro Beruf GmbH

Tituskirche vor Ort

Stadtsuperintendent zu Besuch bei Titus (August 2012)

Unsere Kirchengemeinde hatte am 31. Mai 2012 ‚hohen Besuch’. Der neue Stadtsuperintendent Hans- Martin Heinemann, seit dem 01.06.2010 in Hannover im Amt, wollte sich persönlich ein Bild über unsere Gemeinde in Vahrenheide und ihre Aktivitäten machen.

Nach der Begrüßung durch Pastor Kahle und einige Mitglieder des Kirchenvorstandes wurde mit allen eine kleine ‚Rundreise’ durch die Gemeinde gestartet.

Erste Station war die Hannöversche Tafel, der wir seit mehr als 10 Jahren in unserer Titusgemeinde einen Raum im alten Gemeindehaus für die Ausgabe von Lebensmitteln an Bedürftige zur Verfügung stellen und die an diesem Donnerstag – wie alle 14 Tage – ihren Ausgabetermin hatte. Der Stadtsuperintendent zeigte sich sehr beeindruckt, wie viele Menschen diese Möglichkeit in Anspruch nehmen und mit welchem Engagement das Ehrenamtlichenteam die damit verbundene Arbeit leistet.

 

Besuch Stadtsuperintendent bei Titus - Pro BerufAnschließend stand die Gruppe ‚Pro Beruf’ in der Eckener Straße auf dem Programm. Die Titusgemeinde ist nicht nur im Jahre 1979 Initiator dieses kirchlichen Jugendarbeitslosigkeitsprojektes „Pro Beruf “ gewesen, sondern begleitet diese Bildungseinrichtung seit Jahrzehnten, seit 2003 auch als Gesellschafter der inzwischen gemeinnützigen GmbH. Pro Beruf informierte sehr eindrücklich über die erfolgreiche Arbeit bei der Beratung, Begleitung und Qualifizierung im Übergang von Schule und Beruf bei benachteiligten Jugendlichen. Über die hohe Qualität der Ausbildung – ganz besonders für den Bereich Gastronomie – konnte sich Herr Heinemann bei einem leckeren Mittagessen ein Bild verschaffen.

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