211Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See Tiberias. Er offenbarte sich aber so: 2Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger.  3Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will fischen gehen. Sie sprechen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts. 4Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. 5Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? 12Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.  3Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt’s ihnen, desgleichen auch die Fische. 14Das ist nun das dritte Mal, dass Jesus den Jüngern offenbart wurde, nachdem er von den Toten auferstanden war (Joh.21, 1-14).

Liebe Leserinnen und Leser,

Seit dreizehn Monaten kämpfen wir gegen eine tödliche Pandemie. Wir alle leiden unter Einschränkungen, Lockdown, Kontaktvermeidung, und Schließung von Geschäften usw. Diese Situation macht uns ungeduldig und manchmal hoffnungslos. Darum sagen einige Menschen: „ich kann nicht mehr glauben was die Politiker oder die Wissenschaftler sagen“.

Es scheint, dass das Wort „Glaube“ im Leben der modernen Menschen weniger eine Rolle spielt. Für Vielen ist der Glaube eine Vermutung oder Naivität. Aus diesem Grund geben Menschen ähnliche Äußerungen wie „Weil keiner Gottes Existenz beweisen kann, kann ich nicht an Gott glauben. Ich gehöre zu den nicht Gläubigen“. Aber das „nicht glauben“ ist auch eine Art Glaube. Wenn wir uns abends einen Wecker stellen und schlafen gehen, glauben wir daran, dass wir morgens dadurch aufwachen. Derjenige der etwas glaubt, besitzt Hoffnung und die Hoffnung zeigt uns wie wir mit unseren Sorgen und Zweifeln umgehen. Der christliche Glaube gibt uns die Hoffnung, dass unsere Bedrängnisse vergänglich sind und dass wir das ewige Leben nach dem Tod haben. Es kann manchmal aber sein, dass unsere Hoffnung, wie die Hoffnung von den Jüngern Jesu, durch Bedrängnisse zeitweise „in den Keller gehen“.

Wie der Evangelist Johannes die Auferstehungsgeschichte erzählt, haben die Jünger Jesus schnell die Hoffnung verloren, ihren Verkündigungsauftrag aufgegeben, und sind zu ihrer einstigen Arbeit zurückgekehrt. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen fingen sie wieder an zu fischen.  Sie haben vom Abend bis Morgen gearbeitet, aber ihre Fischnetze fingen nichts. Da erschien ein Fremder am Morgen und zeigte, wo sie Fische fangen können. Plötzlich fingen sie viele Fische, wovon Sie Essen vorbereitet und gemeinsam zu sich nahmen. Der Fremder kam zu ihnen und bat mitzuessen. Als sie mit den Fremden gemeinsam aßen, erinnerten sie sich was Jesus von seinem Tod und Auferstehung gesagt hat, und wussten plötzlich, dass der Fremder der auferstandener Jesus Christus ist. Was er vorher verkündet hatte, nämlich dass er auferstehen wird, war nun geschehen. In diesem Moment fielen ihre Angst und der Zweifel von ihnen. Sie bekamen die Hoffnung und die Kraft, um das fortzuführen was Jesus begonnen hat. Sie waren wieder die Jünger, die sie vorher waren. Das war der Neubeginn, der Moment, in dem die Kirche geboren wurde. Es wurde zu der Zeit die Gemeinschaft, die Jesus um sich versammelte neugeboren. Diese alte biblische Auferstehungsgeschichte lehrt uns, dass die Christliche Hoffnung niemals sterben wird. Auch wenn sie mal „in den Keller geht“, wird sie immer wieder in uns aufwecken. Dann werden wir „Quasimodogeniti“ – Neugeboren, wie der heutige Sonntag heißt. Amen.

Psalm 116, 1-9.13

Dank für Rettung aus Todesgefahr

1 Das ist mir lieb, dass der HERR meine Stimme und mein Flehen hört. 2 Denn er neigte sein Ohr zu mir; darum will ich mein Leben lang ihn anrufen. 3 Stricke des Todes hatten mich umfangen, / des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen; ich kam in Jammer und Not. 4 Aber ich rief an den Namen des HERRN: Ach, HERR, errette mich! 5 Der HERR ist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig. 6 Der HERR behütet die Unmündigen; wenn ich schwach bin, so hilft er mir. 7 Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes. 8 Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten. 9 Ich werde wandeln vor dem HERRN im Lande der Lebendigen. 13 Ich will den Kelch des Heils erheben und des HERRN Namen anrufen.

Gebet und Fürbitten

Lasst uns beten zu Gott, unserem Vater, durch den wir in Christus das Leben haben:

Für unsere Eltern und alle, die uns mit ihrer Liebe begleiten:  Dass sie mit Christus das Leben gewinnen, und dass wir alle mit ihm bereit sind, es täglich anderen hinzugeben.

Für unsere Verwandten, Freunde und Bekannten und für alle, mit denen wir zusammenleben und arbeiten: Dass wir einander verbunden bleiben in guten und bösen Tagen, in Vertrauen und gegenseitigem Verstehen.

Für unsere christlichen Kirchen: Dass sie den Lebenden nicht bei den Toten suchen, wenn sie Christus den Menschen verkündigen, und Anteil nehmen an den Fragen und Nöten der Welt von heute.

Für die Großen der Weltpolitik: Dass ihre Entscheidungen niemandem den Tod bringen; dass sie kein Volk und keinen Menschen bedrücken und ausbeuten, sondern allein das Wohl und den Frieden der Menschen suchen.

Herr, unser Gott, dir verdanken wir unser Leben inmitten einer Welt voll Veränderung und Vergänglichkeit. Stärke uns in der Hoffnung, dass das Gute stärker ist als das Böse und das Leben mächtiger als der Tod.

Darum bitten wir dich durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der uns in Tod und Auferstehung den Weg vorausging und der mit dir lebt in Ewigkeit. Amen.