Überlegungen und Gedanken zu den Weihnachtsgottesdiensten in Titus und Epiphanias

Ehrlich gesagt, Corona nervt mich. Allein schon, wenn ich das Wort lese, sehe ich vor mir, was das neue Corona-Virus in diesem Jahr alles angerichtet hat: „Lock down“, wochenlang mussten alle zu Hause bleiben, Arbeit wurde von zu Hause aus erledigt, wenn es irgend ging, die Schulen waren geschlossen, wochenlang gab es keine Gottesdienste, Künstler hatten keine Einnahmen mehr, keine Feste, kein Umarmen – immer lauert eine gefährliche Infektion im Hintergrund. Daran sind auch in Deutschland fast 10.000 Menschen gestorben.
Und nun wird CoViD-19 auch noch das Weihnachtsfest betreffen. Seit vielen Wochen beschäftigen sich die Titus- und die Epiphanias- Kirche damit, wie wir eines der wichtigsten Kirchenfeste im Jahr mit Ihnen, den Gemeindegliedern, begehen können. So viele Erwartungen, Hoffnungen, Wünsche und vielleicht sogar Pläne knüpfen sich an dieses Fest – besonders in diesen Zeiten. Doch uns allen muss bewusst sein: Wir können aus Rücksicht aufeinander, zum Schutz unserer Lieben, die einer Risikogruppe angehören, aus Liebe zu unseren kranken Nachbarn, zu gefährdeten Freunden und Angehörigen Heiligabend und Weihnachten dieses Jahr nicht so feiern wie immer und wie gewünscht.


Während dies geschrieben wird, befinden wir uns alle, wie schon einmal in diesem Jahr, aber viel besser vorbereitet, schon mit einer gewissen Routine in einer hochdynamischen Situation. Niemand kann jetzt sagen, genau planen und schon gar nicht vorhersagen, welche Lage wir am Heiligen Abend vorfinden. Darum machen sich auch in dieser Frage die Titus- und die Epiphanias-Kirche auf den beschwerlichen Weg, um unter besonderen Bedingungen das Weihnachtsfest mit Ihnen zu feiern.


Folgendes lässt sich jetzt mit Sicherheit sagen;
Die Epiphanias- und die Tituskirche werden aufgrund
der geltenden Begrenzungen auf eine Höchstzahl von Gottesdienst-Teilnehmer*innen bis zu 50 Personen die Zahl der Heiligabend-Gottesdienste erhöhen. Um Andrang und unkontrollierte Besucherströme zu verhindern, müssen beide Gemeinden eine Form der Anmeldung
zu den Gottesdiensten einrichten, die verbindlich ist und nicht umgangen werden kann.


Alle, die interessiert sind an den Heiligabend und Weihnachtsgottesdiensten, werden gebeten, sich über die neuesten Entwicklungen, die Art und Weise der Gottesdienstfeiern, auf unseren
Homepages und an den jeweiligen Schaukästen zu informieren.


Alle Gemeindeglieder beider Gemeinden werden Anfang Dezember einen Brief erhalten, in dem die Epiphanias- und die Titus-Kirche über den letzten Stand zu Heiligabend und Weihnachten informieren. In diesem Brief werden Telefonnummern angegeben, bei denen Sie sich von einem bestimmten Stichtag an zu einem Gottesdienst anmelden können.
Bitte melden Sie sich erst zu einem Gottesdienst an, wenn Sie den Brief erhalten haben. Vorher ist es uns aus organisatorischen Gründen nicht möglich, Ihre Anmeldungen zu bearbeiten.


Wir werden auf jeden Fall Festgottesdienste aufzeichnen und auf den Youtube-Kanal stellen, damit wir auch für diejenigen erreichbar bleiben, die nicht zu einem unserer Gottesdienste kommen können und die einen gottesdienstlichen Kontakt suchen.

Das klingt alles beängstigend formal, nicht wahr?

Es ist ein Kompromiss: All dies dient unserer aller größtmöglicher Sicherheit und soll dazu führen, dass wir unter diesen Umständen dennoch die Gute Botschaft von Weihnachten hören können. Dabei rückt uns vielleicht gerade jetzt diese Botschaft dieses Festes so nah wie nie: Mit Jesus in der Krippe geht ein Stern in dunkler Nacht auf. Das Licht trifft uns in Zeiten, in denen wir wie ausgesetzt und der gewohnten Lebensweisen beraubt sind. Wir machen uns auf und suchen Zuflucht und Obdach in neuen Zeichen der Verbundenheit, alten Formen der Solidarität. Wir lassen uns zählen zum Volk Gottes, das immer schon auf dem Weg zur Gemeinschaft ist, die durch seine Gnade und Güte, seinen Trost und Mut geprägt ist. Wir zählen allein auf Jesus Christus und lassen niemanden verloren gehen und zurück. Wie auch immer wir dann zusammenkommen können, um Weihnachten miteinander zu feiern.

Und wenn wir so an diese Feier denken, entsteht doch auch Freude auf das Fest. Wir werden die Weihnachtsgeschichte hören und ein kurzes Krippenspiel sehen.

Weihnachten und die Freude an Jesu Geburt ist stärker als das Virus.

Lasst uns in diesem Glauben das Fest feiern und unsere Gemeinschaft genießen.

Ich freue mich auf das Weihnachtsfest!


Irmgard Schulz & Pastor Jens Petersen