17.9.1948 – 16.8.2020

In einem Artikel unseres Gemeindebriefes, Ausgabe Oktober / November, steht die Überschrift „Bernd geht …“. Das war im Jahr 2012. Der Küster der Titus-Gemeinde Bernd Sauerwald ging in den Ruhestand und wurde am Titus-Tag am 9. Dezember verabschiedet. Bevor er gegangen ist, ist er gekommen. Das lag damals schon lange zurück. In der Gemeinde war 1971 eine Küsterstelle frei. Bernd Sauerwald bekam sie.


In dem schon erwähnten Artikel aus dem Jahre 2012 – den Erich Kellner damals geschrieben hat, die beiden haben für Titus manches zusammen gemacht – heißt es: „Schon 1996 bei seinem (Bernd Sauerwalds) 25-jährigen Dienstjubiläum wurde festgestellt, er sei eines der wenigen Stücke guten alten Inventars, der bescheidene Mann im Hintergrund, ohne den aber nichts funktioniert im alltäglichen Betrieb. Hilfsbereit ist er und verlässlich.“

Schon damals ist er lange in der Titus-Gemeinde tätig gewesen – und es war ja noch lange nicht zu Ende.
„Hilfsbereit ist er und verlässlich“, schrieb Erich Kellner. „Hilfsbereit“, das können wir doppelt unterstreichen. So war er nicht nur im Beruf, sondern auch privat. Bernd Sauerwald behalten wir auch in der Erinnerung als einen ruhigen und freundlichen Mitmenschen, diplomatisch eher und für Konflikte nicht geeignet.
Bernd Sauerwald versah 41 Jahre lang den Küsterdienst in der Titus-Gemeinde. Nicht nur seine volle Stelle, sondern auch die Länge seiner Dienstzeit in nur einer Gemeinde ist etwas, das es in Zukunft nur noch selten geben wird.

Er hatte im Ruhestand am Haus den kleinen Garten. Dort saß gern im Schatten des Baumes. Ruhe ist ihm in seinen letzten Jahren sehr wichtig gewesen.


Das Jahr 2020 ist nicht nur weltweit ein schwieriges Jahr – für Bernd Sauerwald war es eine schwere Leidenszeit. Er hat noch manche Hoffnung gehabt, die es dann zum Schluss in dieser Welt nicht mehr geben konnte. Er ist aber zu Hause friedlich gestorben, gut umsorgt, am Abend eines Sonntags, den 16. August. 71 Jahre ist er alt geworden.

Das biblische Abschiedswort in der Trauerfeier war sein „Lebenswort“, das ihn von Taufe und Trauung an begleitet hat:
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
aber die Liebe ist die größte unter ihnen
(1. Kor. 13, 13).


Erich Kellner schreibt in seinem Artikel zum Schluss: „Er wird uns fehlen“. Im Artikel heißt es weiter: „Tröstlich aber, wenn man hört, dass er, wie fast alle, die einmal von Titus „eingefangen“ worden sind, uns nicht gänzlich verloren geht.“ Da ergänze ich, dass jemand, der Glauben, Liebe, Hoffnung hat und so mit Gott verbunden ist, ganz und gar nicht verloren geht. Es gibt einen Ruheplatz für die Seele im Himmel. Bis es einen neuen Himmel und eine neue Erde geben wird und ein neues Leben nach der Auferstehung, das Gott für immer bewahren wird.

Zum Abschluss seines Artikels schreibt Erich Kellner: „Mach‘s gut, lieber Bernd.“ Das sagen wir jetzt auch.


Pastor Otfried Krüger