Fünfter Sonntag der Passionszeit: Judika

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse,
sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.

(Matthäus 20, 28)

Unbegreiflicher Gott und Vater,
du hast deinen Sohn leiden und sterben lassen,
um uns zu erretten.
Lass uns sein Opfer im Herzen bedenken und alle Zeit in deiner Liebe bleiben,
die du in ihm öffentlich gemacht hast,
in ihm,
deinem Sohn Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und alles in der Hand hat,
für alle Zeit und Ewigkeit.

Amen.

Brief an die Hebräer
Kapitel 13

12 Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor.
13 So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen.
14 Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Haben Sie die Sorge, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren oder andere anzustecken? Haben Sie vielleicht die noch größere Sorge, zu Hause bleiben zu müssen und nicht genügend Konservendosen und Toilettenpapier zu haben? Oder möchten Sie bei allen Einschränkungen möglichst normal leben und haben vor allem die Sorge, dass gewisse andere Leute Ihnen das Nötige in den Supermärkten wegkaufen?

Erleben wir nicht gerade , dass in unserem Land, wo eigentlich alles Nötige vorhanden ist, die Supermärkte gestürmt und Regale, die gerade gefüllt worden sind, binnen Minuten leergeräumt werden? Wenn es überhaupt dazu kommt, dass die Regale gefüllt werden können und gewisse Artikel nicht schon vorher weggerissen werden. Wie man hört, ist in unserem Gebiet eine Verkäuferin tätlich angegriffen worden. Leute schleppen heraus, was sie können. Andere haben das Nachsehen. Es hat den Anschein, als ob das Virus nicht nur die Lungen angreift, sondern bei manchen Leuten den Verstand ausschaltet. 

Die Verse aus dem Hebräerbrief, über die in normalen Zeiten am Sonntag im Gemeindehaus gepredigt worden wären, haben eine Botschaft, die uns auf ganz andere Gedanken bringen will. Da geht es um Jesus und um sein Leiden und Sterben. Er litt und starb nicht an einer Krankheit. Er wurde aufgrund von falschen Beschuldigungen verurteilt und hingerichtet. Aber an anderer Stelle in der Bibel (Jesaja 53, 4) wird über ihn vorausgesagt:

Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen.   

Alles, woran wir leiden, trägt Jesus mit. Nicht, weil er es tun muss, sondern weil er dazu bereit ist. Er tut es, weil es einen bestimmten Sinn hat. Auf diese Weise ruft er Menschen zu sich, die an ihn glauben und die seinen Weg mitgehen. Das ist nicht immer der einfachste Weg. Es ist ein Leben, das heilig genannt wird, weil es nicht von Gott getrennt ist, weil es auf ihn ausgerichtet ist.

In einem solchen Leben vertrauen wir auf Gott und lesen sein Wort. Es ist die Bibel. Wir denken nicht nur an uns selbst, sondern nehmen Rücksicht auf andere und helfen, wo wir  können. Wir beten und danken Gott dafür, wie gut wir es noch in dieser gefährlichen Welt haben. Wir beten und bitten Gott für uns und für andere, um seinen Schutz und seine Hilfe. Wir beten und loben Gott, dass er da ist und wir in dieser Welt nicht allein gelassen sind. Denn es ist alles unsicher. Wer von uns hätte am Anfang des Jahres gedacht, wie es sich entwickeln würde? Uns wird durch manche Zeichen deutlich, was im Hebräerbrief geschrieben steht: 

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Diese Welt ist nicht für immer gemacht. Wir können in ihr nicht für immer bleiben. Aber wir haben eine Zukunft, die es hier nicht geben kann. Eine ganze Ewigkeit, in der Leiden und Tod nicht mehr sind. Ein Leben mit Gott, das immer bleiben darf. Der Zugang dorthin ist der Glaube. Der Weg heißt Jesus. Lasst uns diesen Weg gehen!

Es grüßt Sie in der Passionszeit                                                          

Pastor Otfried Krüger

Bleiben Sie im Glauben!