Blick zurück und nach vorn

Zehn Jahre ist es jetzt her, dass die Kirchenvorstände der Titus- und Epiphanias-Gemeinden einen Kooperationsvertrag unterzeichneten. Dieser Unterzeichnung waren Gespräche, Verhandlungen vorausgegangen. Beide Gemeinden waren und sind aktiv mit eigenen Schwerpunkten. Es gab bei aller Bereitschaft auch eine Sorge: Bleiben wir weiter wahrnehmbar als unterschiedliche Gemeinden? Es gab kontroverse Debatten und dann die Einigung auf den Vertrag.

Bei der Jubiläumsveranstaltung am 31.10.2019 auf dem Weg von der Tituskirche zur Epiphaniaskirche, hier beim Singen vor unserer Bank und dem vor 10 Jahren gemeinsam gepflanzten Baum

Ja, so ging es los vor 10 Jahren. Das Gemeindeblatt wurde von beiden Kirchen herausgegeben, es gab gemeinsame Gottesdienste und gemeinsame Kirchenvorstandssitzungen. Allmählich entstand etwas daraus. Als ich in den Kirchenvorstand kam, habe ich durchaus wahrgenommen, wie wichtig jeder Gemeinde die Eigenständigkeit war. Das ist auch so geblieben. Aber mit der Zusammenarbeit entwickelte sich Vertrauen, es gab gute Gespräche, auch bei den gemeinsamen Ausflügen. Der Gospelchor fühlte sich bei den Konzerten in der Titus-Kirche so zu Hause wie in Epiphanias. Und bei der langen Nacht der Kirchen war die Zusammenarbeit auch eine Entlastung für die ausrichtende Titus-Gemeinde. Entlastung ist immer wichtiger geworden, für beide Gemeinden.

Die Zahl der Planstellen für Pastoren und Diakone ist in beiden Gemeinden zurückgegangen, die Arbeit nicht. Da ist es ein großer Gewinn für Titus und Epiphanias, dass wir in der Zusammenarbeit jetzt geübt sind. Die Konfirmanden werden gemeinsam unterrichtet, und trotzdem finden in beiden Kirchen Konfirmationen statt. In Zukunft werden die Gemeinden noch mehr zusammenarbeiten und sich unterstützen.

Wir brauchen das, auch weil es zu wenig professionelle Mitarbeiter der Kirche für zu viel Arbeit gibt. Und doch kann aus dem Mangel etwas wachsen. Gemeinsam sind wir stärker. Ich nehme zunehmend Freude daran wahr, wenn wir etwas zusammen planen und durchführen. Kooperation bedeutet, dass zwei verschiedene Gemeinden zusammenarbeiten, ohne die Eigenständigkeit zu verlieren.

Das soll auch so bleiben. Aber unsere Zusammenarbeit ist intensiver geworden und macht Mut in einer Zeit, in der es die Kirchen nicht leicht haben. Ich denke, wir in Titus und Epiphanias sollten uns nicht zu viele Sorgen machen, wie es weitergeht. Unsere Kooperation ist gewachsen und erprobt. Wir können optimistisch in die Zukunft sehen, wenn wir uns gegenseitig unterstützen. Darauf freuen sich beide Kirchenvorstände.

Irmgard Schulz