In diesem Jahr wird die Kooperation zwischen den Kirchengemeinden Titus und Epiphanias 10 Jahre alt. Daran erinnern die Gemeinden am 31.10.2019 mit einem gemeinsamen Gottesdienst in beiden Kirchen.

Die Zusammenarbeit ist in den vergangenen Jahren immer enger und herzlicher geworden. Es gibt einen Kooperationsausschuss, in dem Vertreter beider Kirchengemeinden mitarbeiten. Dieser Ausschuss befasst sich mit gemeinsamen Themen, tauscht Neuigkeiten aus den Gemeinden aus und bereitet die gemeinsamen Kirchenvorstandssitzungen von Titus und Epiphanias vor, die zweimal im Jahr stattfinden.

In der ersten gemeinsamen Kirchenvorstandssitzung verabredeten wir für den 25.8.2019 einen gemeinsamen Ausflug in unsere gemeinsame Heimat. Die Historikerin Frau Bochynek-Friske bot uns eine Führung an. Sie hat sich mit der Entstehung beider Stadtteile beschäftigt und kann viel darüber erzählen. Es war spannend für alle Beteiligten, über die Straßen und Orte, wo wir uns im Alltag bewegen, mehr zu erfahren. Anhand von alten Bildern verdeutlichte Frau Bochynek-Friske ihre Berichte. Wer weiß schon, dass die Straße Holzwiesen einmal als eine Schnellstraße geplant war, die in die Innenstadt führen sollte? Wenn man bei einer solchen Schilderung auf dem am Sonntag kaum befahrenen Tempelhofweg steht, ist das kaum vorstellbar. Beide Stadtteile sind nach dem Krieg entstan-den. Ursprünglich war ein großer Teil des Gebietes im Norden beider Gemeinden militärisches Übungsgebiet, es gab auch schon Schrebergartenkolonien. Nach dem Krieg herrschte eine große Wohnungsnot in Hannover, bedingt durch Zerstörungen im Krieg, vor allem aber durch die Menschen, die aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten geflohen waren und dringend Unterkünfte brauchten. Schrebergartenhäuser wurden zu Siedlungshäusern umgebaut, ganze Straßenzüge entstanden neu. In dieser Zeit entstanden auch die beiden Kirchengemeinden: Zuerst 1956 Epiphanias, dann 1961 Titus. Frau Bochynek-Friske zeigte Fotos, in denen die Ent-wicklung der Stadtteile festgehalten wurden. Den Kirchenvorständen wurde dabei die enge Verbundenheit der Gemeinden deutlich, die von Anfang an bestand. Fragen ergaben sich, eigene Erinnerungen wurden eingebracht, die Gespräche waren angeregt und lebhaft.

Nach der Führung, beim gemeinsamen Essen, war die Zusammenarbeit der Gemeinden ein wichtiges Thema. Die Zeiten haben sich geän-dert seit der Gründung der beiden Gemeinden. Es gibt weniger Mitglieder aus ganz verschiedenen Gründen. Dadurch haben die Gemeinden weniger Planstellen für PastorInnen und Diako-nInnen, das macht die Arbeit nicht leichter. Doch Titus und Epiphanias haben Wege gefunden, sich gegenseitig zu unterstützen, z.B. durch gemeinsame Gottesdienste oder den gemeinsamen Unterricht für die Konfirmanden und Konfirmandinnen. Diese Unterstützung lässt sich noch weiter ausbauen und verstärken. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die die Kirchenvorstände über die Jahre entwickelt haben, lässt uns trotz mancher Schwierigkeiten hoffnungsvoll in die Zukunft sehen. Im Moment freuen wir uns auf den Gottesdienst am 31.10.2019 zum zehnjährigen Jubiläum der Kooperation. Und für die Zukunft sind wir sicher, dass wir uns weiterhin unterstützen und an der lebendigen Entwicklung beider Gemeinden arbeiten wollen. Das wird nicht immer so einfach sein, aber zusammen freuen wir uns darauf.

Irmgard Schulz