Jahreslosung 2018: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Offenbarung des Johannes 21, 6

Der Psalm 42 beginnt so:

„Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?“

Der Hirsch, der nach frischem Wasser lechzt, ist zu einem Bild für einen gläubigen Menschen geworden. Das Wasser – und zwar das frische, das lebendige Wasser – ist hier ein Bild für Gott, für den lebendigen Gott. Frisches, lebendiges, fließendes Wasser tut gut – nicht abgestandenes Tümpelwasser. Gott tut gut – und er ist nicht eine bloße Idee oder nur in vergangenen Zeiten von Bedeutung gewesen. Gott ist höchst lebendig, wirklich, gegenwärtig, persönlich da. Aber er ist nicht sichtbar für seine Geschöpfe. Es gibt da eine Schranke zwischen Schöpfer und Geschöpf. Der Mensch, der an Gott glaubt, möchte mit ihm in engstmöglicher Beziehung sein. Er möchte Gottes Angesicht schauen – was auch immer das nun genau bedeutet. Der Mensch möchte vom Glauben zum Schauen kommen. Das ist seine Sehnsucht. Das ist sein Durst. Nichts kann diesen Durst stillen – nur Gott selbst kann es.

In der Offenbarung des Johannes wird von den Menschen gesagt, die mit Gott ins Reine gekommen sind – das ist die Voraussetzung! – und die nun vor Gott stehen, in der Ewigkeit:

„Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten; … denn das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den Quellen des leben­digen Wassers, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.“ (Offb. 7, 16 + 17)

Das Lamm ist Jesus Christus. Die Quellen des lebendigen Wassers sind das Bild für das ewige Leben bei Gott. Die Sehnsucht des Menschen, dessen Seele nach Gott dürstet, nach dem le­bendigen Gott, erfüllt sich dort. Gott selbst wischt alle Tränen von ihren Augen. Gott selbst bereitet aller Not, allem Schmerz, aller Traurig-keit ein Ende. Das macht er nicht nur bei einem oder zwei Menschen so, sondern bei vielen. Menschen aus aller Welt kommen zu Gott.

Es sind Menschen, die nach Gott gedürstet haben, die zu Gott kommen wollten, die aber wussten, dass sie als sündige Menschen nicht zu Gott kommen konnten. Nur mit Hilfe des Lammes, das ihre Schuld auf sich nahm, konn­ten sie dankbar und Gott lobend vor ihn treten. Sie können nun vom Wasser des Lebens trin­ken. Und dieses Wasser verändert und prägt zuletzt die ganze Welt, macht sie neu und un­vergänglich.

Die Jahreslosung steht in einem Zusammenhang: es ist eine große und wunderbare Schau des Johannes. Er schreibt (Offb. 21, 1 – 6):

„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen… Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des le­bendigen Wassers umsonst.“

Das letzte Wort der Jahreslosung ist wichtig: „umsonst“. Wir können das ewige Leben mit nichts bezahlen. Es ist Gottes Geschenk, das wir nur mit Freude und Dankbarkeit anzunehmen brauchen. Das Beste gibt es umsonst!

Ich wünsche allen eine gesegnete Zeit – durch die Passionszeit hindurch bis zu Ostern!

Pastor Otfried Krüger