Angst gehört nicht zu den Christliche Werten, sondern Glaube, Gebet und Gerechtigkeit

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Wir leben in der postmodernen Zeit, der Zeit der Globalisierung, der Freiheit, in der alle Menschen friedlich miteinander leben sollten. Die tägliche menschliche Erfahrung zeigt das Gegenteil und viele Menschen haben Angst vor der Zukunft. Wenn wir die Tagesschau gucken, sehen oder hören wir von Gewalt: von Terroranschlägen, Kriegen, von Naturkatastrophen, die uns ängstlich machen. Die Angst beherrscht das Leben von vielen Menschen. Aus der Angst wächst jeglicher Radikalismus, Hass, Rassismus, Sexismus sowie etliche Diskriminierungen. Wegen der Angst sehen viele Menschen keine helle Zukunft, werden hilflos, ratlos und fragen sich: Wie geht es weiter? Die Menschen, die von der Angst befangen sind, haben die Sehn-sucht nach Befreiung. Aber sie wissen nicht, wer sie befreit. Der Apostel Paulos schreibt: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“ (Galater 5, 1). Christus hat uns alle von der Angst befreit, deshalb sollen wir diese Freiheit annehmen. Unsere Befreiung ist abhängig von unserem Denken und Handeln. Das Leben von freien Menschen wird von drei Säulen getragen, nämlich dem Glauben, dem Gebet und der Gerechtigkeit.

Glaube: Das bedeutet, dass wir mit der Zukunft ernst machen, die wir noch erwarten, die Gott für uns bestimmt hat. Glaube hat damit zu tun, dass wir unsere heutige Realität nicht für den Rahmen halten, in dem sich die Zukunft gestalten lässt. Glaube bedeutet nicht haben, sondern werden. Der Christliche Glaube soll in Bewegung bleiben und sich entwickeln. Christlicher Glaube regelt meist nicht das letzte Detail. Vielmehr möchte Gott unsere Lebenseinstellung ändern. Wenn Angst unser Leben bedroht, trägt uns die Kraft des Glaubens.

Gebet: Im Gebet sprechen wir mit Gott, bringen wir unsere Klage, Rufe, Dank und Bitte. Das Gebet ist eine geistige Kraft, eine Medizin für mich, für andere Menschen und für die Welt. Wenn wir beten, schaffen wir uns einen Raum der Stille, öffnen wir unser Leben, kommen wir zu uns selbst und zu Gott. Das Gebet kann unsere Sichtweise in Bezug auf unsere Probleme ändern. Im Gebet ist es möglich, unsere Ängste und Sorgen vor Gott auszubreiten oder abzulegen. Im Gebet bitten wir Gott, uns selbst in seinen Dienst zu nehmen.

Gerechtigkeit: Glaube heißt nicht nur wollen und stehen, sondern sich bewegen. Ein Buch, das als Erinnerung von Otto Dibelius geschrieben wurde, lautet „Ein Christ ist immer im Dienst“. Otto Dibelius war einer der Christen und Pastoren, die gegen das Unrechtsystem in Deutschland gekämpft haben. Nach dem Krieg wurde er Bischof von Berlin Brandenburg und Ratsvorsitzender der EKD von 1950-1960. Er war einer der Verfasser des Stuttgarter Schuldbekenntnisses. Im Schuldbekenntnis heißt es „Mit großem Schmerz ……klagen wir uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt, nicht brennender geliebt haben – Ein Christ ist immer im Dienst“. Die Ursache der aktuellen Weltprobleme ist nichts anderes als Ungerechtigkeit. Als Dienerinnen und Diener Gottes müssen wir nicht schweigen, wenn die Welt unter dem Unrechtssystem leidet. Gott ist in Christus Mensch geworden und zur Welt gekommen, um Frieden zu stiften.

Wenn wir das Weihnachtsfest in den kommenden Wochen feiern, sollen wir unsere Herzen offenlassen, glauben, beten und uns für Gerechtigkeit einsetzen, damit Friede auf Erde werde. Ich wünsche Ihnen allen ein frohes Fest, einen guten Rutsch ins neue Jahr 2018 und Gottes Segen!

 

Ihr Pastor Benti