Von den zwei Kindertagesstätten zum Familienzentrum

Die Gründung einer Kindertagesstätte für die Titus-Gemeinde liegt länger als 25 Jahre zurück. Seit 1970 gab es im Kirchengebäude zunächst ein Provisorium, dann eine feste Einrichtung. Doch es war – und ist – nur Platz für eine Kindergartengruppe. Der Bedarf im Stadtteil Vahrenheide war aber von Anfang an weit größer. Die Kirchengemeinde sah das Problem – anbauen und damit die Räumlichkeiten der eigenen Kindertagesstätte vergrößern konnte sie aber aus Platzgründen nicht.

Sie bewarb sich darum um die Trägerschaft einer geplanten städtischen Kindertagesstätte, die in einer ehemaligen Hochgarage an der Plauener Straße eingerichtet werden sollte. Die Bewerbung hatte Erfolg.

Am 1. April 1993 nahm die KiTa (Kindertagesstätte) II der Titus-Kirchengemeinde ihren Betrieb auf. Die KiTa I bestand weiterhin im Kirchengebäude. So gehörte unsere Gemeinde zu den wenigen, die zwei Kindertagesstätten hatten. Der Standort Plauener Straße brachte den Vorteil, dass die Gemeinde auch in Vahrenheide-Ost präsent war – und ist. Dabei war von Anfang an klar, dass die 83 Plätze in der Plauener Straße von Kindern aus vielen Nationen und von unterschiedlicher religiöser und kultureller Prägung belegt würden würden.

Seit 1993 gab es natürlich Änderungen, aber auch Gleichbleibendes. Eine wichtige Änderung wurde vor acht Jahren durch den Kirchenvorstand herbeigeführt: Die beiden bis dahin bestehenden Kindertagesstätten wurden zu einer einzigen vereinigt. Das war nicht ganz einfach. Die eine ist ja in kircheneigenem Gebäude untergebracht, die andere – in der Plauener Straße – ist nur in der Trägerschaft, aber nicht im baulichen Besitz der Kirchengemeinde. Doch ist die Vereinigung gut gelungen. Die andere große Veränderung ist die Erweiterung der Kindertagesstätte zu einem Familienzentrum im vorigen Jahr. Baulich hat sich nichts verändert, wohl aber die Aufgabenstellung. Angebote für die ganze Familie spielen nun eine wichtige Rolle. Die Anforderungen für die pädagogischen Mitarbeiterinnen sind gestiegen. Dafür fördert die Stadt Hannover das Familienzentrum finanziell. Eine neue Stelle konnte geschaffen werden: das Familienzentrum braucht eine Koordinatorin.

Die Gegenwart stellt sich so dar: An beiden Standorten zusammen sind zwei Ganztagsgruppen eingerichtet und zwei Dreiviertelgruppen, dazu kommt eine Hortgruppe.

Insgesamt 108 Kinder werden betreut von 16 pädagogi schen Mitarbeiterinnen und zwei Servicekräften. Das Leitungsteam bilden Carmen Tamm (Leiterin), Doris Meyer (Stellvertretende Leiterin), Martina Cziczkat (Koordinatorin) sowie Christiane Elandt als Abwesenheitsvertretung. Zwei Projekte erweitern das Spektrum der pädagogischen Arbeit: das Projekt „Rucksack“, das Sprachbildung für Kinder ab drei Jahren anbietet, und das Projekt

„Griffbereit“, das Sprachbildung für Kinder unter drei Jahren durchführt.

Etwas Unverzichtbares kommt hinzu: das Familienzentrum ist eine evangelische Einrichtung, die Einrichtung unserer Gemeinde, so dass es natürlich auch besondere religionspädagogische Angebote gibt. Zu diesem Zweck kommt Diakonin Susanne Mejow zu den Kindern.

Bei allen Veränderungen im Laufe der Zeit gibt es auch Gleichbleibendes: Kinder gibt es immer im Stadtteil, wenn auch nur noch wenige evangelische. Die Kinder stammen aus vielen verschiedenen Herkünften. Religionspädago- gische Arbeit bedeutet einerseits die Vermittlung von Grundkenntnissen des christlichen Glaubens (und der christlichen Feste) wie auch die Förderung von Respekt und Toleranz gegenüber Andersgläubigen. Das evangelische Familienzentrum trägt dazu bei, dass Menschen in unserem Stadtteil gut und friedlich zusammenleben kön-nen.

Die Leiterin Carmen Tamm schaut zuversichtlich in die Zukunft. Die Einrichtung ist im Stadtteil fest verankert und vielen Menschen vertraut. In manchen Familien ist schon die zweite Generation betreut worden. Die Arbeit mit den vielen verschiedenen Kindern und den immer wieder neuen Situationen bleibt spannend und ist bereichernd.

„Es gibt immer viel Bewegung und neue Herausforderungen“, sagt Carmen Tamm und ist sehr zufrieden.

Die Kirchengemeinde ist auch sehr zufrieden mit ihrem Familienzentrum. Nur ein paar evangelische Kinder mehr könnten es sein …

Nun freut sich Titus mit allen Mitarbeiterinnen des Familienzentrums über dessen 1-jährigem Bestehen und über das 25-jährige Bestehen der Kindertagestätte Plauener Straße. Wir danken allen Mitarbeiterinnen für ihre engagierte Arbeit, die so vielen Kindern zugute kommt!

 

Pastor O. Krüger